Reiche Flora auf mageren Standorten

Auf den Magerrasen der Bergstraße und in ihren Wäldern sind eine Reihe von seltenen, oftmals bedrohten Pflanzenarten vertreten deren Erhalt der BUND-Ortsgruppe ein besonderes Anliegen ist.

Orchideenarten: Natürliche Vorkommen sind erhalten von Breitblättriger und Müllers Stendelwurz, Weißem und Schwertblättrigem Waldvögelein, Vogel-Nestwurz, Großem Zweiblatt, Grünlicher und Zweiblättriger Waldhyazinthe, Breitblättrigem , Geflecktem und Helm-Knabenkraut. Einige Orchideenarten sind schon lange ausgestorben wie z.B. Frauenschuh, Herbst-Wendelwurz, Fliegen-Ragwurz, Sumpf-Stendelwurz, Wanzen-Knabenkraut und Honigorchis. Kleines und Brand-Knabenkraut sowie Braunrote Stendelwurz sind seit den 60ger Jahren ausgestorben, Bocksriemenzunge, Pyramiden-Hundswurz und Bienen-Ragwurz haben sich in den letzten Jahren neu eingestellt. Gelegentlich findet man weitere von "Orchideenliebhabern" angepflanzte Orchideen-Arten.

Orchideenarten der Bergstraße (Fotos: G. Röhner)

Sommerwurzarten: Die Bergstraße insgesamt wie auch deren nördlicher badischer Teil beherbergen eine große Artenzahl dieser seltenen auf anderen Pflanzen schmarotzenden blattgrünlosen Pflanzen. 

Zwei Hemsbacher BUND-Mitarbeiter haben hierzu eine Zusammenstellung geschrieben: Botanik und Naturschutz in Hessen, Beiheft 10  (2010), G. Röhner & H. Schwöbel: Die Sommerwurz-Arten (Orobanche) an der Bergstraße und in der Rheinebene zwischen Darmstadt und Heidelberg. Herausgeberin und Bezugsadresse: Botanische Vereinigung für Naturschutz in Hessen e.V. (BVNH) Schiffenberger Weg 14, 35435 Wettenberg, Email: meierundweise(at)t-online.de. Zu herunter laden hier klicken.

Im Hemsbacher und Laudenbacher Bereich kommen vor: Purpur-, Gelbe, Nelken-, Kleine, Weiße, Große, Sand-, Elsässer und Bitterkraut-Sommerwurz. Die beiden letztgenannten sind extrem selten, letztere galt bis zu ihrer Entdeckung am Hemsbacher Alteberg für Baden-Wüttemberg als ausgestorben.

Sommerwurzarten am Hemsbacher Alteberg (Fotos: G. Röhner)

Farnarten: Farne sind nicht nur im Unterwuchs der Wälder zu finden. Einige von ihnen, darunter Raritäten, finden sich auch an trockenen oder feuchten Mauern. Relativ häufig findet man an unverfugten alten Mauern die Mauerraute und den Braunen Streifenfarn. Als Seltenheiten sind der Schwarze Streifenfarn und der im Mittelmeergebiet häufig anzutreffende Milzfarn zu sehen. Auf trockenen Felsen wachsen der Gemeine und der Gesägte Tüpfelfarn und ihr Bastard. Nasse Mauern bevorzugt der Bruchfarn. Wechselfeuchte Wiesen beheimaten sehr selten den Natterzugenfarn, der nur ein ungefiedertes Blatt hat.

Farne Hemsbachs und Laudenbachs (Fotos: G. Röhner)

Weitere seltene Pflanzenarten der Bergstraße: In den Magerrasen finden sich u.a. Kalkaster, Große Waldanemone, Braunes Mönchskraut, Wimpern-Enzian, Steppensesel, Gelber Zahntrost, Knorpelsalat u.a.



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