Geologie
Am Alteberg tritt das kristalline Grundgebirge (Hornblendegranodiorit) zutage, das von einer mehr oder weniger mächtigen Lößauflage bedeckt ist, die durch Erosion stellenweise sehr dünn bzw. vollständig abgetragen ist. Hier treten dann Felsblockpartien zu Tage. Im Bereich der Weinberge und Kleingärten sind durch jahrhundertelange Bodenbearbeitung vom Menschen geprägte Böden entstanden.
Klima
Durch die Hanglage ist das Gebiet klimatisch begünstigt, was sich im Beginn der Apfelblüte um den 25. April widerspiegelt. Das Klima ist subatlantisch getönt. Die Winter sind ziemlich mild und die Sommer sind bei mäßig hohen Niederschlägen recht warm. Der Alteberg ist als Grenzlage für den Erwerbsweinbau geeignet. Durch das vorhandenen Geländerelief können mikroklimatisch erhebliche Unterschiede auftreten, was insbesondere für das Vorkommen verschiedener Pflanzengesellschaften von Bedeutung ist.
Naturraum
Der Alteberg liegt im Naturraum Mittlere Bergstraße (226.4 nach Klausing 1967). Er ist Teil des Landschaftsschutzgebiets (LSG) Bergstraße/Oden-wald. Die höchste Erhebung beträgt am Wäldchen am Oberen Alteberg 230m über NN.
Nutzung
Nachweislich bereits im 11. Jahrhundert, sicher aber schon viel früher, wurde der Alteberg als Weinberg genutzt. Die Nutzungsstruktur des Gebiets ist sehr abwechselungsreich. Bedingt durch die in weiten Teilen bestehende Kleinparzellierung hat sich in Verbindung mit wechselnden Nutzungsintensitäten ein kleinstrukturiertes, vielfältiges Gebiet entwickelt. So finden wir an dem Nordwesthang Gehölzbestände, Streuobstwiesen, und Obstgärten. Südwestlich hiervon treffen wir auf einen Bereich mit kleinflächigen Obst-, Wein- und Kleingärten, der von hangparallelen Wegen durchzogen ist (Flur Unterer Alteberg). Die meisten Wingerte befinden sich jedoch auf den südexponierten Hängen des Zentralbereichs. Die von Obstbäumen bestandenen Flächen werden nur wenig oder gar nicht genutzt. Die Nutzungsintensität der bewirtschafteten, zumeist ziemlich steilen, Weinberge ist deutlich höher. In den letzten Jahren fielen jedoch auch eine Reihe von Wingertflächen brach.
Das artenreiche Wäldchen auf der Kuppe (Oberer Alteberg) und die es umgebenden Weiden wurden 1990 von der Stadt Hemsbach zusammen mit den Wiesen in der Berling in Pacht genommen. Sie werden seitdem zweimal im Jahr von einem Wanderschäfer mit einer Herde Schafe durchzogen und teilweise auch gemäht.
Für den Naturschutz wertvolle Landschaftselemente
Trotz jahrhundertelanger Nutzung des Altebergs haben sich eine Reihe von naturnahen und halbnatürlichen Elementen erhalten.
Am Alteberg konnte die bemerkenswert hohe Zahl von Pflanzenarten festgestellt werden:
Viele dieser Wildpflanzen finden sich in den wenigen Halbtrockenrasen und Säumen, an Lößböschungen und Weinbergsmauern. Einzelne der hier vorhandenen Arten haben darüber sogar landesweite Bedeutung. So galt die Bitterkraut-Sommerwurz (Orobanche picridis) bis zu ihrer Wiederentdeckung 1989 durch Felix Hergenhahn für Baden-Württemberg als ausgestorben. Außerhalb der Fundstellen bei Hemsbach und Sulzbach ist in Baden-Württemberg nur ein weiterer Wuchsort bekannt. Nach neuen Erkenntnissen ist die Elsässer Sommerwurz (Orobanche alsatica) auf ein kleines Verbreitungsgebiet mit wenigen Wuchsorten in Mitteleuropa beschränkt (nur zwei weitere Vorkommen in Baden-Württemberg).
Leider gibt es seit Anfang der 70er Jahre aber auch einige Verluste zu beklagen (z.B. Zarter Lein, Thymian-Seide u.a.).
An Tieren wurden (um einige wenige Beispiele zu nennen) festgestellt:
· Dachs, Hermelin, Mauswiesel, Steinmader, Haselmaus
· Wendehals, Schwarz- Grau- Klein- und Grünspecht, Neuntöter, Sperber, Habicht, Kuckuck, Gartenrotschwanz, Dorngrasmücke, Pirol
· Schlingnatter, Blindschleiche, Zauneidechse, Grasfrosch, Feuersalamander, Erdkröte
· Sechs Laubheuschrecken-, zwei Grillen-, eine Dornschrecken- und sieben Feldheuschreckenarten
Pflegemaßnahmen und Ziele
Der Altebergbereich ist ein, bis auf verschiedenen Wingerte, wenig intensiv genutzter Teil der Hemsbacher Kulturlandschaft. Bei Nutzungsaufgabe drohen die Grundstücke, wie hier und da bereits geschehen, zu verbuschen. Teile, der auf die menschliche Bewirtschaftung angewiesenen typischen Bergstraßen-Flora und -Fauna würden dann bei uns keine Überlebens-Nieschen mehr finden.
Die Pflegemaßnahmen beziehen sich vor allem auf die Offenhaltung der Grundstücke, Böschungen und Weinbergsmauern. Zu diesem Zweck werden alle paar Jahre Flächen teilentbuscht. Vor allem wird jedoch ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Da sich bislang leider kein Abnehmer für das Mähgut hat finden lassen, wird es an Ort und Stelle (möglichst unter Bäumen) zu Haufen zum Verrotten aufgeschichtet.
Pflegegrundstücke
Ein Teil der brachgefallenen Grundstücke wurde dem BUND freundlicherweise seit 1985 von den Eigentümern verpachtet und wird seitdem von der Biotoparbeitsgruppe gepflegt. Es sind die, in der Flur Alteberg gelegenen Grundstücke mit den Flurstücknummern 597, 592/1+2, 579, 580, 581, 584/1 (teilweise), 1023 und 1021 (Garten F. Hergenhahn). Die Gesamtfläche der gepflegten Grundstücke beträgt ungefähr 0,8 ha.
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